Rückblick
Konzertbericht vom 27. Oktober 2023 

Von Barock 
bis Buenos Aires

Trio Confluence begeisterte bei den Kunstfreunden Eberbach 

Querflöte, Bratsche und Gitarre – ein Blas-, ein Streich- und ein Zupfinstrument. Das garantierte maximale Ausschöpfung der Klangfarben. Ein kleines Orchester kondensierte in ein Kammermusiktrio. (ga) 


Der Abend im evangelischen Gemeindehaus hob an mit Bachs Triosonate e-Moll für Orgel. Wer hatte dieses Werk je in solch einer Besetzung gehört? Die drei polyphon geführten Stimmen erklangen gut hörbar und sehr farbenreich auf Flöte, Bratsche und Gitarre verteilt. Barbara Rosnitschek erzeugte durch den Wechsel zwischen Querflöte und Piccoloflöte entzückende Klangeffekte. 

Bisweilen mystisch archaischer, häufig verzaubernd erklang Debussys Sonate für Flöte, Bratsche und Harfe. Er schrieb sie am Ende seines Lebens 1915 als ein Meisterwerk. Die arabesken Läufe und Verzierungen, aus denen sich die Melodik aufbaut, das wie zufällig wirkende Zusammenspiel der Instrumente voller agogischer Freiheiten, vor allem aber der zauberhafte Klang verleihen dieser Sonate einen Ausnahmerang im Kammermusik-Repertoire. Anstelle der Harfe stellte Christian Wernicke an der Gitarre das harmonische Gerüst. Der Künstler verriet vorab, dass er aus technischen Gründen einen Ton des Harfenparts mit der Gitarre nicht spielen könne. Es blieb offen, welcher Ton dies war.

 

Im zweiten Teil des Konzerts ging es unterhaltsam mit Stücken der Gegenwart weiter. Der in Spanien lebende amerikanische Gitarrist und Komponist Ray Sandoval schrieb 2001 ein folkloristisches Stück für eine Kunstausstellung in Los Angeles, wo er damals lebte. Das „Hecho en Califas“, „Made in Califas“ - das ist Slang für „made in California“ – kam in leicht beschwingter Manier daher. Der berühmte brasilianische Gitarrist und Komponist Sergió Assad sagt, sein Stück „Menino“, „Junge“, beschreibt den Jungen in ihm. So unbeschwert kam die Musik auch daher.

Máximo Diego Pujol wurde 1957 in Buenos Aires geboren. Seine musikalische Inspiration wurzelt in seinem Heimatland. „Caballito“ und „Mataderos“ sind Stadtteile der Hauptstadt Argentiniens. In „Buenos Aires color pastel“ verwendet Pujol Tango-, Milonga- und Murga- Rhythmen. Mit der mitreißenden und pastellfarbenen Musik malte das Trio die Bilder vor das innere Auge der Zuhörenden.

Mit den beiden Zugaben „Seestern“ von Guy Bergeron, einem zeitgenössischen Kanadier, und der bekannten kraftvoll tanzenden Seguidilla aus Bizets Carmen beschloss das Trio den Abend. Sichtlich beschwingt verließ das Publikum den Konzertsaal.

Text: Gero Albert (ga)

Bild: Das Trio Confluence – Barbara Rosnitschek (Querflöte), Horst Düker (Bratsche) und Christian Wernicke (Gitarre) beim 2. Saison-Konzert der Kunstfreunde Eberbach. 

(Bild: privat)

 

Info: Die Konzertreihe wird am 23. Februar 2024, 20.00 Uhr im Evangelischen Gemeindehaus fortgesetzt mit dem „Trio E.T.A.“, das Werke für Violine, Violoncello und Klavier spielt: Programm „Unbekannte Bekannte“.

Freitag, 27. Oktober 2023
20:00 Uhr

Trio Confluence 

Barbara Rosnitschek (Flöte), Horst Düker (Viola), Christian Wernicke (Gitarre)

Triovergnügen pur

Querflöte, Bratsche und Gitarre – ein Blas-, ein Streich-, ein Zupfinstrument. Das garantiert maximale Ausschöpfung der Klangfarben. Ein kleines Orchester kondensiert in ein Kammermusiktrio.


Zu Beginn wird hier Bachs berühmte Orgel-Triosonate auf drei Instrumente verteilt erklingen, so dass die drei Stimmen klanglich besser voneinander abgesetzt hörbar werden.
Am Ende seines Lebens, 1915, schrieb Debussy, der Meister des Impressionismus, seine Sonate für Flöte, Bratsche und Harfe/Gitarre. Die arabesken Läufe und Verzierungen, aus denen sich die Melodik aufbaut, das wie zufällig wirkende Zusammenspiel der Instrumente voller agogischer Freiheiten, vor allem aber der zauberhafte Klang verleihen dieser Sonate einen Ausnahmerang im Kammermusik-Repertoire, aber auch in Debussys eigenem Schaffen. Französische Debussy-Kenner nannten diese Sonate sein bestes Werk!

Der in Spanien lebende amerikanische Gitarrist und Komponist Ray Sandoval hat uns Hecho en Califas persönlich zugemailt. Das folkloristische Stück schrieb er 2001 für eine Kunstausstellung in Los Angeles, wo er damals lebte. Sie hieß "Hecho en Califas", "Made in Califas" – das ist Slang für "made in California".

Der berühmte brasilianische Gitarrist und Komponist Sergió Assad (*1952) sagt, sein Stück "Menino", also "Junge" beschreibt den Jungen in ihm.

Máximo Diego Pujol wurde 1957 in Buenos Aires, Argentinien geboren. Seine musikalische Inspiration wurzelt in seinem Heimatland. "Caballito" und "Mataderos" sind Stadtteile der Hauptstadt Argentiniens. In "Buenos Aires color pastel" verwendet Pujol Tango-, Milonga- und Murga- Rhythmen, um sie mit mitreißender und auch mit pastellfarbener Musik musikalisch zu malen. 
 
Durch ihr einfühlsames Zusammenspiel stehen die drei ausgezeichneten Heidelberger Musiker für belebende Entdeckungen! Seien Sie gespannt.

Programm

Johann Seb. Bach (1685 - 1750)

Triosonate e-moll BWV 528

Adagio

Vivace

Andante, Un poco allegro

 

Claude Debussy (1862 - 1918)

Sonate für Flöte, Viola und Harfe (arr. für Gitarre)

Pastorale: Lento, dolce rubato

Interlude: Tempo di minuetto

Final: Allegro moderato ma risoluto

 

Pause

 

Ray Sandoval (*1976)

Hecho en Califas

 

Sergió Assad  (*1952)

Menino

 

Arthur Scholz (1883 - 1945)

Arabischer Schleiertanz 

Serenata

Barcarole

 

Maximo D. Pujol (*1957) 

Buenos Aires Color Pastel:

Gris Mataderos 

Intermedio

Amarillo Caballito